Entstehung & Eigenschaften
Vom Harz zum Gold des Meeres
Entstehung des Bernsteins
Vor rund 40 Millionen Jahren war das Gebiet der heutigen Ostsee von dichten Wäldern geprägt. Besonders harzreiche Koniferen gaben große Mengen Harz ab, die sich in Böden, Mooren und Gewässern ablagerten.
Über Jahrmillionen wurde dieses Harz unter Druck und ohne Sauerstoff zu Bernstein – einem der faszinierendsten Naturmaterialien.
Der baltische Bernstein wird wegen seiner warmen Farbe und Herkunft auch „Gold des Nordens“ oder „Gold der Ostsee“ genannt. In der sogenannten „Blauen Erde“ bei Palmnicken wurde er über viele Jahrzehnte hinweg besonders konzentriert gefunden und abgebaut.
Ein Naturmaterial mit besonderem Charakter
Eigenschaften des Bernsteins
Bernstein ist kein Stein und kein Mineral - er ist fossiles Harz organischen Ursprungs. Seine Struktur ist glasig und amorph, nicht kristallin.
Er ist leicht, brennbar und ein guter Isolator. Beim Reiben lädt er sich elektrostatisch auf und zieht kleine Partikel an - eine Eigenschaft, die schon im Altertum bekannt war.
Mit einer Härte von 2 - 2,5 auf der Mohs-Skala ist Bernstein gut zu bearbeiten. Er lässt sich sägen, bohren, schleifen und polieren - ideal für filigrane Schmuckformen.
Seine Farben reichen von hellem Gelb über warmes Rotbraun bis hin zu seltenen bläulichen, schwarzen oder weißen Varianten. Die Vielfalt entsteht durch feinste Einschüsse und natürliche Vermischungen im ursprünglichen Harz.
Seit der Antike wurde Bernstein geschätzt - nicht nur als Schmuckstein, sondern auch wegen seiner besonderen Ausstrahlung. Bis heute gilt er als eines der wärmsten und lebendigsten Naturmaterialien.